Oscar Straus wurde am 6. März 1870 als Sohn einer Bankiers- und Kaufmannsfamilie in Wien geboren. Der Schüler von Graedener, Bruch und Brüll komponierte zunächst ernste Opern und Symphonische Dichtungen, bis er — nach Kapellmeister-Engagements in Brünn, Hamburg, Teplitz-Schönau und Mainz — eine Anstellung als Dirigent und Komponist bei Ernst von Wolzogens »Überbrettl« fand. Walzer-Operetten, die den Walzer auch im Titel führten, machten ihn weltberühmt: »Ein Walzertraum«, »Der letzte Walzer«, »Drei Walzer« und »Ihr erster Walzer«. Berühmt wurden aber auch seine Filmmusiken, wie die zum »Tapferen Soldat«, einer Filmversion von Shaws »Helden«, insbesondere aber die zu »La Ronde«, der Verfilmung von Arthur Schnitzlers »Reigen«.

 

Perle Massary

Die Perlen der Cleopatra
sind endlich in Berlin auch da!
Und sollte jemand abergläubisch wähnen,
Perlen bedeuteten: Tränen —
er mag, nach einem Blick auf die Theaterkassen,
sich auf sein eigenes Urteil verlassen
und sich ein Bildchen davon machen,
wie die Theaterdirektoren lachen!

 


Im Jahre 1938 musste Straus als Jude über Paris nach New York emigrieren. Zehn Jahre später kehrte er aus Hollywood nach Wien zurück und starb 1954 in Bad Ischl.

Im Spannungsfeld von großer Oper und Kabarett entstanden seine spritzigsten Operetten: »Die lustigen Nibelungen« (1904), »Hugdietrichs Brautfahrt« (1906) und »Die Perlen der Cleopatra«.

Seine hintersinnige Doppelbödigkeit ließ sich Straus nicht nehmen. Und sobald er reüssiert hatte und gesattelt war, ließ er auch wieder jenen kabarettistischen Hintersinn durchblitzen — am deutlichsten wohl in der Operette » Die Perlen der Cleopatra«. Auch sie erlebte ihre Uraufführung in der österreichischen Metropole — allerdings nur infolge der Währungsreform in Deutschland. Wie später in Berlin, so gestaltete auch am 17. November 1923 im Theater an der Wien Fritzi Massari die Titelpartie, Richard Tauber sang den Silvius und Max Pallenberg, der Gatte der Massari und ein berühmt-berüchtigter Improvisator, kreierte den Marcus Antonius.

Der Inhalt der dreiaktigen Operette von Julius Brammer und Alfred Grünwald scheint in erster Line auf die Massari zugeschnitten zu sein. Mehr als der gezielte, showmäßige Bühneneffekt erstaunt jedoch die bis heute ungebrochene Wirksamkeit dieser Operette. Und neben ihrem Witz verblüffen » Die Perlen der Cleopatra« ob ihrer politischen Hellsicht.

In den Fünfzigerjahren fühlten sich Verlag und Straus-Sohn Erwin bemüßigt, eine harmlose Neufassung herauszugeben, um so die politischen und insbesondere die erotisch anstößigen Passagen zu eliminieren. Dabei fiel etwa das Auftrittslied des Beladonis dem Strich zum Opfer. In ihm wird unmissverständlich klar, wovon die Kurtisanen Lais und Thais so von diesem Syrier schwärmen — nämlich ob der Qualitäten seiner kleinen Liebesflöte.

Mit dem Römer Marcus Antonius, einer Rolle, die einem Kabarettisten anvertraut wurde, schufen Straus und seine Librettisten geradezu den Bühnenprototyp des Imperialisten — kein weiter Weg mehr bis zu Charles Chaplins »Der große Diktator«.

In dieser Operette voller Machtspiele, politischer Intrigen und Kriegsdrohungen geht es hauptsächlich um die erotischen Phantasien und erfolgreich angewandten Verführungskünste der ägyptischen Königin. Cleopatras Sinnlichkeit, die bei den Männern die Säfte zum Sieden bringt, macht vor nichts halt — »sie bringt (sogar) den Nil zum Steigen«. Und ihrem letzten Lover an diesem Operettenabend befiehlt sie hintergründig: »Ach, Anton steck den Degen ein (…) du wirst doch nicht so grausam sein, komm laß ihn in der Scheide!«.

Peter P. Pachl


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