Bild "http://www.pppmt.de/kategorien/20_AKTUELL/dateien/CD-COVER-WEINACHTSLIEDER.png"

Ein Gipfelfest mit vielen schönen Stationen

Zum weihnachtlichen Konzept-Album von Peter P. Pachl

 

Bayreuth
Von Frank Piontek

 
Nach Weihnachten ist vor Weihnachten oder „Es glänzen die Sternlein je länger je mehr...“ Nicht, dass der Weihnachtsmusikfreund nun in die Fußstapfen jener von Heinrich Böll erfundenen Familie treten müsste, die ihrer umnachteten Tante zuliebe alltäglich das Fest beging. Es dürfte nur interessant sein, auch noch nach und zwischen den Festtagen ein Konzept-Album in die Hand zu nehmen, das im letzten Winter in Bayreuth produziert wurde: mit bekannten Bayreuther Protagonisten.

Peter P. Pachl ist so etwas wie ein Trüffelschwein der Musikdramatik jener Epoche, in deren Mittelpunkt für ihn nicht Richard, sondern Siegfried Wagner steht. Neben Wagner interessiert er sich auch für die bisweilen zu Unrecht im Schatten der „Großen“ stehenden Komponisten. Die Doppel-CD mit „romantischen Weihnachts-Liedern, -Szenen und -Gesängen“, die mit dem ganz ausgezeichneten Pianisten Hans Martin Gräbner und der Sopranistin Rebecca Broberg bei Steingraeber produziert wurde, bringt 31 Lieder, ein Klavierstück und eine Rezitation, darunter nicht weniger als 6 Ersteinspielungen, u.a. von Max von Schillings (dessen bekanntestes Werk, das Melodram vom „Hexenlied“, spektakulär ist), Ruggero Leoncavallo (dem One-work-composer des „Bajazzo“), Anton Urspruch (einer der radikalen Wiederentdeckungen Pachls) und Hans Pfitzner, des Komponisten des genialen „Palestrina“. Der Dramaturg Pachl hat sein Material um den immer wieder beseligenden Weihnachts-Liederzyklus des (Richard)-Wagner-Intimus Peter Cornelius gruppiert. Dem weihnachtlichen Geburtsgeschehen folgen sentimentbeladene Betrachtungen, schließlich Szenen der Anbetung: von den Hirten über die Könige zu den persönlichen Reflexionen, wie sie ein Wilhelm Kienzl (der Komponist des schwer wilhelminischen „Evangelimann“), aber auch Franz Schreker, einer der interessantesten Komponisten der Frühesten Moderne, in die Töne ihrer Lieder setzten. Erstaunlich ist die Begegnung mit Joseph Marx, den man aufgrund der Sekundärliteratur für „spießiger“ gehalten hätte; auch Max von Schillings' „Weihnachtsfriede“ macht mit Tönen vertraut, in denen, wie im „Weihnachtsgefühl“ des im Ersten Weltkrieg gestorbenen Rudi Stephan, eine gelinde wie vertraute Kühle den Weihnachtszucker überfunkelt. Spätromantik am Ende der „Romantik“ eben.

Genießer kommen selbst dort auf ihre Kosten, wo ein pauschal komponiertes Lied des 6jährigen (!) Richard Strauss notwendigerweise unter Niveau bleibt und nicht jede „Nummer“ so fasziniert wie Schumann, Humperdinck oder Leoncavallos „Träumerei“, denn die dramaturgische Mischung macht's. Wer dann noch über die angestrengte Höhe Rebecca Brobergs gleichsam hinwegsieht, aber vor allem bedenkt, dass Weihnachten ein Gipfelfest mit vielen schönen Stationen ist, das die verschiedensten Komponisten inspirierte, bei denen man immer noch Funde machen kann, wird große Freude an der sorgfältigen Produktion haben.
 
Es glänzen die Sternlein je länger je mehr ...“ 2 CDs. Thorofon 2618/2.
 

ADRESSE

pianopianissimo-musiktheater

Breitunger Weg 8
D 12349 Berlin

Karte

Copyright
© pianopianissimo-musiktheater
Ensemble München e.V.

IMPRESSUM

Präsident: Achim Bahr

Vizepräsident & künstlerischer Leiter:
Prof. Dr. Peter P. Pachl

Amtsgericht München
Registernummer: 10551

Konzeption: Achim Bahr
verantwortlich gemäβ § 6 MDStV

SPENDEN

Vereins- und Spendenkonto:

IBAN:
DE38 7007 0024 0490 4900 00
BIC: DEUTDEDBMUC

Für Ihre Unterstützung unseres
- gemeinnützigen - Vereins mit
einer Spende erhalten Sie eine steuerlich anerkannte Spenden-
quittung!

KONTAKT

Künstlerischer Leiter:

Prof. Dr. Peter P. Pachl
Breitunger Weg 8
12349 Berlin

Präsident:

Achim Bahr
Frankfurter Tor 5
10247 Berlin





Copyright © pianopianissimo Musiktheater Ensemble München e.V. | CMS by moziloCMS 1.12.beta4 | Original-design by dcarter