»Sie« ist in sich selbst unbestimmt und unendlich anders. Zweifellos kommt es daher, dass man sie launenhaft, unbegreiflich, kopflos, kapriziös … nennt. Ohne so weit zu gehen, ihre Sprache anzuführen, von der »sie« in alle Richtungen aufbricht, ohne dass »er« hier die Kohärenz irgendeines Sinnes markiert. Widersprüchliche Reden, ein wenig verrückt für die Logik der Vernunft, unhörbar für den, der sie durch immer schon fertige Raster, mit einem schon immer vorgefertigten Code hört. Das heisst, dass auch in ihrem Sagen — wenigstens wenn sie es wagt — die Frau sich immerzu selbst berührt. Von sich selbst rückt sie kaum ab in einem Plaudern, einem Ausruf, in einer halbvertraulichen Mitteilung, in einem in der Schwebe gelassenen Satz. Wenn sie hierher zurückkehrt, dann, um anderswohin wieder aufzubrechen. Man muss ihr zuhören von einem anderen Punkt der Lust oder des Schmerzes aus, mit einem anderen Ohr, ihr zuhören wie einen »anderen« Sinn, der immer dabei ist, sich einzuspinnen, sich mit Worten zu umarmen, aber auch sich davon abzulösen, um sich darin nicht festzulegen, darin nicht zu erstarren. Denn wenn »sie« es sagt, ist es nicht mehr identisch mit dem, was sie sagen will. Es ist auch niemals mit irgend etwas anderem identisch; eher ist es angrenzend. Es berührt (an). Und wenn es sich allzusehr von dieser Nähe entfernt, bricht sie ab und beginnt wieder bei »Null«: ihrem Geschlecht-Körper.

Luce Irigaray

 


 

Zwei junge Menschen lieben sich, sie dürfen nicht heiraten, sie kümmern dahin, sie gehen ein. Verheiratet sie und ihr gebt ihnen das Leben wieder — sie wollen nur dies eine. Um ihren Lebensunterhalt machen sie sich keine Sorgen, sie zehren einzig und allein vom Glück, zusammen zu sein. Endlich sind sie vereint und dazu noch reich — was für eine Freude! Welche Leidenschaft! Wie glücklich sie werden! Keineswegs: seht sie euch zwei Monate später an. Monsieur geht bereits eigene Wege und Madame auch. Sie sehen sich nur noch, wenn sie sich zufällig begegnen. Was ist aus ihrer Liebe geworden? Sie ist dahin, weil der Widerstand gefehlt hat. Man hat ihr nichts mehr in den Weg gestellt Sie ist an der Freiheit zugrunde gegangen …

Ich habe einmal leidenschaftlich eine Frau geliebt, weil sie bei irgendeiner Gelegenheit gesagt hatte, daß sie mich nicht ausstehen und mich nicht mehr sehen könnte. Verstört über ihren rebellischen Geist, suchte ich sie zu besänftigen. Als mir das gelungen war, lag mir nichts mehr daran, sie zu umwerben. So ist der Mensch! Von wem möchte man geliebt werden? Von denen, die sich nichts aus uns machen.

Marivaux


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